Alles andere als harmlos

WUPPERTAL - Hautkrebs ist die dunkle Seite der Sonne. Besonders tückisch: Schwarzer Hautkrebs kann auch an unerwarteten Regionen entstehen, wie beispielsweise an der Mundschleimhaut, unter den Nägeln oder an der Fußsohle. Eine regelmäßige Hautkrebsvorsorge kommt auch solchen Melanomen auf die Spur.

Vor allem „Schockbestrahlungen“ sind fatal, warnt Professor Dr. Thomas Dirschka, Hautarzt in Wuppertal: Wer blasse Winterhaut beim Weihnachtsurlaub der tropischen Sonne aussetzt, riskiert nicht nur, rasch einen Sonnenbrand zu bekommen.

Generell erhöhen wiederholte intensive Sonneneinstrahlung und Sonnenbrände – vor allem in der Kindheit! – die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken. Deshalb: „Sonnenbrand vermeiden und vor allem Kinder vor Sonne schützen“, empfiehlt Professor Dirschka.

Heute ist bekannt, dass UV-Licht das Erbgut von Hautzellen schädigt. Sind die hauteigenen Reparaturmechanismen durch wiederholte intensive UV-Belastung oder gar Sonnenbrand überfordert, können sich Krebszellen entwickeln und unkontrolliert wachsen.

„Doch ein malignes Melanom kann auch an Hautarealen entstehen, die kaum der direkten UV-Strahlung ausgesetzt sind“, betont Professor Dirschka. Die Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielt die Beeinträchtigung von Immunzellen, die zur Abwehrfunktion der gesamten Haut und Schleimhaut beitragen, eine wichtige Rolle. Genetische Faktoren und eine familiäre Vorbelastung erhöhen das Hautkrebsrisiko ebenfalls.

Melanome entstehen häufig am Rücken, an der Brust oder an Armen und Beinen. Vor allem bei dunkelhäutigen Menschen können auch Hand- oder Fußsohlen betroffen sein. In vielen Fällen entwickelt sich schwarzer Hautkrebs aus einem bereits bestehenden Pigmentmal, kann jedoch auch an gesunder Haut wachsen. „Vorsicht ist daher bei neu entstehenden oder wachsenden Pigmentmalen geboten“, warnt Professor Dirschka. Warnsignale sind eine uneinheitliche Färbung und unscharfe Ränder. Solche Veränderungen sollten schnellstens dem Hautarzt vorgestellt werden.

Besonders tückisch: Manche Melanome sind nicht bräunlich pigmentiert, sondern treten in Form rötlicher, manchmal blutender oder juckender Knötchen auf. Auf dem behaarten Kopf, an der Mundschleimhaut oder in der Genitalregion fallen Melanome oft lange nicht auf und können unbemerkt wachsen. Sogar unter den Nägeln, vor allem an Daumen oder Großzeh, kann ein Melanom entstehen und wird dann nicht selten anfänglich für einen Bluterguß gehalten. Zwischen den Zehen wird Hautkrebs manchmal mit einer Pilzerkrankung oder – vor allem an der Fußsohle – mit einer Warze verwechselt.

Solche ungewöhnlichen Formen erscheinen den Betroffenen oft erst verdächtig, wenn die Hautkrebserkrankung schon weit fortgeschritten ist und sich möglicherweise schon Metastasen gebildet haben. „Daher ist Früherkennung überlebenswichtig“, betont Professor Dirschka und empfiehlt, unbedingt das regelmäßige Hautkrebsscreening beim Dermatologen in Anspruch zu nehmen, dessen Kosten die Krankenkassen ab dem 35. Lebensjahr übernehmen. Bei einer Inspektion des ganzen Körpers kann der Hautarzt mit geschultem Auge und gezielten diagnostischen Verfahren auch seltene Formen des Melanoms erkennen. Frühzeitig behandelt, sind die Heilungschancen auch für den gefürchteten schwarzen Hautkrebs gut.

abd/BVDD 28.03.2015