Hautkrebs: Golfer besonders gefährdet

HANAU - Golfer haben ein acht mal höheres Hautkrebsrisiko als Nichtgolfer. So das Ergebnis einer von PD Dr. Hans Michael Ockenfels vorgelegten Studie. Der Hanauer Hautarzt ruft daher alle Golfspieler auf, besondere Schutzmaßnahmen zu beachten.

„Was Hautkrebs angeht, gehört Golf sicherlich zu den hautgefährlichsten Sportarten. Es gibt kaum einen anderen Breitensport, bei dem man sich 4 – 6 Stunden in der Sonne und dann auch sogar in der Mittagssonne aufhält.“, so Ockenfels. Daher der dringend Appell des Chefs der Hanauer Hautklinik an die 1,5 Millionen Golfspieler in Deutschland: „Cremt Euch ein, tragt Sonnenschutzkleidung und geht regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge!“

Der Anlass für die Studie gab eine eher zufällige Entdeckung, wie Ockenfels berichtet. „Mir fielen in der Praxis viele Patienten auf, die mit aktinischen Keratosen, Lentigines oder anderen lichtbedingten Hautschäden an nur einer Hand in die Sprechstunde kamen.“ Des Rätsels Lösung war nahe liegend: auf Nachfrage erklärten die Patienten, dass sie Golf spielen und dabei an einer Hand (meistens die Linke) einen Handschuh tragen.
 
Daraufhin initiierte Ockenfels die Studie, bei der von 2008 bis 2009 450 Patienten über 50 Jahren mit entsprechender Symptomatik mit einer hautgesunden Gruppe verglichen wurden. Während in der hautgesunden Gruppe nur 2,2 Prozent Golf spielten, was in etwa dem Anteil der über 50-jährigen Golfspieler an der Gesamtbevölkerung (1,7 Prozent) entspricht, lag der Anteil der Golfspieler in der Gruppe mit lichtbedingten Hautschäden bei 10,7 Prozent. Daraus errechnete Ockenfels das relative Risiko von Golfern, sonnenlichtbedingte Hautschäden zu entwickeln: es ist 8,5 mal größer als das von Personen, die sich keiner besonderen Sonnenexposition aussetzen.

Die Ergebnisse der Studie sind für Ockenfels keine Überraschung. „Golfspieler dieser Altersgruppe leben zumeist antizyklisch, entfliehen öfter mal dem Winter, um in wärmern Regionen ein paar Runden zu spielen. Zudem gehen sie fast immer in den Mittagsstunden über den Platz, wenn die Sonnenstrahlung am intensivsten ist“, so Ockenfels.

Der Dermatologe will beileibe niemanden das Golfspielen vermiesen – im Ggenteil: „Ich habe im vergangenen Winter selbst angefangen, Golf zu spielen, und es macht mir Spaß. Ich bleibe dabei.“ Nur hält er sich dabei selbstverständlich an die Sonnenschutz-Tipps seines Berufsstandes: nie ohne Kopfbedeckung, immer gut eingecremt und nach Möglichkeit nicht in der prallen Mittagssonne auf den Platz.

18.05.2010